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Der Unternehmer Heinz Sack wird dem Förderverein Campus Cleve fehlen


Kreis Kleve – Der Förderverein der Hochschule Rhein-Waal - Campus Cleve e.V. trauert um sein verdientes Mitglied Heinz Sack. Der engagierte Unternehmer starb im Alter von 71 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. 

Heinz Sack, Freund von Kunst und Kultur, war viele Jahre zunächst als Mitglied des Beirats und später als Beisitzer im Vorstand des Fördervereins Campus Cleve als stets aufgeschlossener Ideengeber und hilfsbereiter Problemlöser bekannt. Der gelernte Diplom-Kaufmann empfand es als riesigen Standort-Vorteil, dass es in der Kreisstadt Kleve zur Gründung einer Hochschule für angewandte Wissenschaften gekommen ist. Somit lag es für ihn nahe, dass er immer wieder Studierenden Gelegenheit bot, in seinem Unternehmen tel-inform mit seinen 280 Arbeitsplätzen erste berufliche Gehversuche zu unternehmen. 

Heinz Sack zeigte sich stets als kreativer Denker und standortfördernder Praktiker. Bis in die letzten Wochen unterstützte er zusammen mit engen Freunden und Weggefährten die Gedanken an eine zurückhaltende Bebauung des Minoritenplatzes. Wie in vielen anderen Situationen auch engagierte er sich dafür, der Kreisstadt Kleve zu einem zeitgerechten, einem modernen und zukunftsfähigen Auftritt zu verhelfen. 

Der Unternehmer Heinz Sack wird seiner Stadt Kleve und dem Förderverein der Hochschule Rhein-Waal - Campus Cleve e.V. fehlen.

Campus Cleve präsentiert:

Erst Studierende – dann Fachkräfte: Werkstoffe auf Herz und Nieren prüfen

Kausar Rahman kam aus Bangladesch nach Kleve, um zu studieren. Auch nach seinem Abschluss blieb der heute 37-Jährige am Niederrhein. Er hat eine Anstellung bei Dr. Sommer Werkstofftechnik in Issum gefunden.

Kreis Kleve - Issum - Als Kausar Rahman das erste Mal vom Niederrhein, vo Kleve und der Hochschule Rhein-Waal hört, lebt und studiert er noch in seiner Heimat Bangladesch. Er sei mit seinem damaligen Studiengang unglücklich gewesen, als er auf eine Anzeige der damals noch jungen Hochschule aufmerksam wurde, erinnert sich der heute 37-Jährige. Er kommt nach Deutschland und beginnt den Bachelor-Studiengang „Mechanical Engineering“ an der Hochschule Rhein-Waal. „Mir haben der Praxisbezug des Studiengangs und die Möglichkeit gefallen, in Deutschland studieren zu können. Außerdem kam mir entgegen, dass der Studiengang auf Englisch ist“, sagt Kausar Rahman.

Als er das Studium abschließt, geht es aber nicht zurück nach Bangladesch: Der 37-Jährige findet eine Anstellung als Fachkraft in der heimischen Wirtschaft. Bei der Dr. Sommer Werkstofftechnik in Issum. Den Betrieb kennengelernt hat Kausar Rahman bereits während eines Praktikums. „Dafür musste er acht Wochen lang zwei Stunden hin und zurück fahren“, sagt Firmengründer und Gesellschafter Peter Sommer. „Da trennt sich die Spreu vom Weizen.“

Die Firma wurde im Jahr 1988 als Ein-Mann-Unternehmen gegründet. Heute untersucht sie nicht nur Schadensfälle, tritt als Gutachter vor Gericht und außerhalb auf oder prüft Werkstoffe, sie gibt auch Seminare zur Qualifizierung und Weiterbildung. 26 Mitarbeiter arbeiten Sevelen, dazu kommen noch einige in Düsseldorf und Neuss. „Die Windkraft-Industrie ist ein klassischer Kunde“, sagt Peter Sommer. Vereinfacht gesagt: Wenn etwas kaputt gegangen ist, liegt es an dem Unternehmen, herauszufinden, wo die Ursache lag. „Wir können alles untersuchen, was mit Stahl zu tun hat. Vom Span bis zu tonnenschweren Teilen“, sagt Jens Sommer. Er ist gemeinsam mit Bruder Philipp Geschäftsführer. Während der eine für die Werkstofftechnik und Seminare zuständig ist, verantwortet der andere Datentechnik und Forschung. Dr. Sommer Wertstofftechnik ist ein echtes Familienunternehmen. „Die Firma gehörte schon zu unseren Kindheitszeiten immer dazu“, erinnert sich Jens Sommer. „Sie finden hier bei uns sieben Mal Sommer“, sagt Gründungsvater Peter Sommer. Und das mittlerweile in drei Generationen. Warum man immer noch seinen Sitz in Issum Sevelen hat? „Die Kunden sind überall auf der Welt verteilt – und weil wir hier wohnen, habe ich die Chance, zu Fuß zur Arbeit zu gehen“, sagt Peter Sommer.

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Bildunterschrift: Kausar Rahman an der zerstörten Antriebswelle eines Windrades. Er spricht sehr gut Englisch und lernt im Kundenkontakt immer besser Deutsch.

Mittlerweile hat es auch Kausar Rahman nicht mehr so weit zur Arbeit. Eine Herausforderung bleibt: die Sprache. „Es war klar, dass er Deutsch sprechen muss“, sagt Peter Sommer. „Nicht alle Zerspaner hier können fließend Englisch.“ Dass der 37-Jährige so gut Englisch spreche, komme ihm auf anderen Gebieten aber entgegen, sagt Jens Sommer. „40 bis 50 Prozent der Berichte sind heute auf Englisch.“

„Ein guter Ingenieur muss auch guter Kommunikator sein. Das verbindet der Studiengang Mechanical Engineering“, sagt Peter Kisters von der Hochschule Rhein-Waal. Der Kontakt zu Peter Sommer kam schon früh in der Entwicklungsphase der Hochschule zustande. „Als Hochschule für angewandte Wissenschaft sehen wir uns auch als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das ist keine Einbahnstraße“, sagt Kisters. Es entstehen Kooperationen, wie etwa mit Sommer, der bereits seit Jahren Seminare an der Hochschule anbietet. Bei ihm können Praktika absolviert und Bachelorarbeiten geschrieben werden. „Ich hatte immer großen Spaß an der Lehre“, sagt Peter Sommer. So erhielt er im November 2018 eine Professur der Fakultät Technologie und Bionik der Hochschule Rhein-Waal. Mit der Ernennung zum Honorarprofessor, so hieß es damals, „würdigt die Hochschule sein fortwährendes Engagement in der Lehre und bei der Betreuung zahlreicher Praktika und Abschlussarbeiten.“

 
 Die Seminarplätze seien bei Sommer auch immer beliebt, sagt Peter Kisters. Bei der Werkstofftechnik sei schließlich immer etwas los. Viel anschaulicher geht es nicht. „Im Bemühen, Wirtschaft und Hochschule zusammenzubringen, muss man beim einen Unternehmen mehr Klinken putzen als beim anderen“, sagt Peter Wack, Vorsitzender des Fördervereins Campus Cleve. „Bei Herrn Sommer waren es eher Eulen, die wir nach Athen getragen haben“, erklärt Wack. Die Studierenden würden es aber auch zurückzahlen, sagt Peter Sommer. „Sie sind alle sehr motiviert, es gibt nahezu keine Fehlzeiten. Das kenne ich von anderen Hochschulen anders.“

Und manche Verknüpfung ergibt sich dann auch noch, die vorher nicht unbedingt planbar war: Mittlerweile studiert auch Sommers Tochter an der Hochschule Rhein-Waal: International Business als dualer Studiengang.

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Erst Studierende – dann Fachkräfte: Mit Hochschul-Denke in die Wirtschaft

Mit fortschreitender Digitalisierung wandelt sich auch die Branche der Steuerberater grundlegend. Henning Verhohlen hat erst an der Hochschule Rhein-Waal studiert und ist nun bei KPP in Kleve tätig. Was ihn an dem Job so fasziniert.

Kreis Kleve - Kleve - Wenn er von Bekannten gefragt wird, was er studiert hat, dann sagt Henning Vermohlen manchmal einfach: „BWL auf Englisch.“ Und lacht. Natürlich sei International Business and Social Sciences, wie der Studiengang an der Hochschule Rhein-Waal eigentlich heißt, deutlich mehr, erklärt Oliver Locker-Grütjen. „Die Hochschule ist interdisziplinär angelegt. Es geht um Gesellschaft und Ökonomie, um große gesellschaftliche Herausforderungen. Berufe wandeln sich, dafür braucht man breit ausgebildete Kräfte. Nur so können wir zukunftsfähig den Markt bedienen“, sagt der Präsident der Hochschule Rhein-Waal.

Henning Vermohlen ist 34 Jahre alt und stammt aus Kleve. Heimat sei immer ein großer Teil seines Lebens gewesen, sagt er. Die Chance einer Hochschule vor der eigenen Haustür wollte er gerne nutzen, auch seine Eltern traten schon früh dem Förderverein bei. „Ich hatte schon immer eine Affinität zu Zahlen, zum Analytischen“, sagt er. Mit nichts ließen sich Prozesse leichter abbilden. So fand sich der passende Studiengang, abgeschlossen mit einem Bachelor-Zeugnis. Nach zwei beruflichen Stationen beschloss Vermohlen, etwas Neues wagen zu wollen – und bewarb sich bei der Steuerberatungsgesellschaft KPP. „Eigentlich habe ich mich als Steuerassistent beworben, mit dem Ziel später Steuerberater zu werden“, sagt er. Beim Bewerbungsverfahren kam er dann aber mit Volker Wein ins Gespräch. Er ist einer der Geschäftsführer der Steuerkanzlei. „Es war ein sehr produktives Bewerbungsgespräch, bei dem wir geschaut haben, was am besten passt. Da bin ich sehr dankbar für“, sagt Vermohlen. Nun ist er bei der Kanzlei in der Unternehmensberatung tätig. „Das ist das, was wir brauchen“, sagt Wein. 

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Bildunterschrift: Volker Wein, Peter Wack, Henning Vermohlen, Oliver Locker-Grütjen und Hans-Josef Kuypers in den Räumen von KPP (von links).

KPP beschäftigt rund 90 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten. „Wir verknüpfen die Gebiete Wirtschaft, Recht und Steuern mit Fragen, die sich im grenzübergreifenden Bereich stellen“, sagt Volker Wein. Die Steuerberatung wandele sich grundlegend, man sei auf dem Weg, das Rechnungswesen komplett zu digitalisieren. „Jede Doppelbelastung von Belegen ist fehleranfällig“, sagt der Fachberater für Internationales Steuerrecht. Die Software zur Erfassung von Belegen werde immer besser, die Räume, die man früher zur Lagerung unzähliger Akten benötigte, immer leerer. Gleichzeitig werden Bereiche wie die der Unternehmensberatung immer relevanter. Genau das Spannungsfeld in dem nun Henning Vermohlen arbeitet.

Der 34-Jähriger ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich lokale Wirtschaft und Hochschule verzahnen können. „Hochschul-Absolventen lernen, sich in etwas einzudenken. Diese Art des Denkens ist sehr wichtig“, sagt Volker Wein. „Für uns sind Hochschulen wichtig und für Kleve ist die Hochschule Rhein-Waal ein echter Standortfaktor.“ Ein Partner in der Kanzlei ist zudem Dozent an der Hochschule. „Indem wir die Region in die Hochschule holen, kommt die Hochschule auch in die Region“, sagt Oliver-Locker-Grütjen. Noch so eine Verzahnung – für die sich auch der Förderverein Campus Cleve einsetzt, wie der Vorsitzende Peter Wack betont. „Das Bewusstsein dafür, die Hochschule an die Region anzubinden, ist gewachsen.“ Der internationale Schwerpunkt der Hochschule mit englischsprachigen Studiengängen sei wichtig – gerade für viele Unternehmen im Mittelstand am Niederrhein sei aber auch das Deutsche unerlässlich. Wie lange man sich schon um eine enge Anbindung an den Niederrhein bemühe, machte Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers deutlich. Pascal Thölke gilt als der erste Student der Hochschule Rhein-Waal, der seinen Vertrag für eine Festanstellung in der heimischen Wirtschaft in der Tasche hat. 2013 war das, bei Vink Kunststoffe in Emmerich. Sein Studentenausweis trug die Nummer: 001.

Der Förderverein der Hochschule Rhein-Waal - Campus Cleve lädt zum nächsten Unternehmerforum ein 

Kreis Kleve – Von der ersten Stunde an galt das „Unternehmerforum Campus Cleve“ als ein deutlich erkennbarer Ansatz, den Standort der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) als Quell weiteren praxisorientierten Wissens zu festigen. „Wir sehen diese Veranstaltung, die in diesem Jahr zum siebten Mal stattfinden wird, als eine weitere Plattform für Austausch und Kommunikation unter dem Dach unseres Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.“, so Peter Wack als Vorsitzender. Und wie deutlich sich diese Zusammenkunft mit Themen hautnah am Praxisgeschehen bewegt, das zeigt auch die Headline dieses Jahres, auf Gehalt zu prüfen am Mittwoch, 06. Oktober, zwischen 15.30 und 17.30 Uhr im Hörsaal der HSRW. 

„Das niederländische Modell zur Versteuerung von Privatvermögen - eine Idee für Deutschland?“, lautet der Titel der Veranstaltung. Und befragt man Volker Wein, den Stellvertretenden Vorsitzenden von Campus Cleve, im richtigen Leben Diplom-Kaufmann, Steuerberater und Fachberater für Internationales Steuerrecht, dann gibt es durchaus viele Steuerpflichtige in der Grenzregion, die von einem solchen niederländischen Ansatz träumen. Kommt er doch der Vision einer Steuererklärung auf dem Bierdeckel nahe, wie sie einst von Friedrich Merz als wünschenswert und umsetzbar in Aussicht gestellt wurde. 

Als Zielgruppe für diese steuerrechtliche Exkursion ins Nachbarland sieht Ideengeber Volker Wein sowohl alle kaufmännisch Denkenden der Region – dazu gehörig selbstverständlich neben den Unternehmern und Freiberuflern die Bankkaufleute, die steuerberatenden Berufe, die Kapitalanleger und Immobilienfreunde. Aber auch die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal selbst gehören aus seiner Sicht dazu, hat man doch an der Hochschule Rhein-Waal Gelegenheit, mit „International Taxation and Law“ bei Professor Dr. Norbert Dautzenberg als Studiengangleiter und Fakultäts-Dekan Prof. Dr. Ralf Klapdor wichtige und zukunftsweisende Erfahrungen als Bachelor-Aspirant zu machen. 

Und wer denn schon vorab eine Spur von dem erkennen möchte, was die Niederländer so als „Bierdeckel-Alternative“ empfinden, dem sei geschildert: 

Mit jedem Jahresbeginn wird bei den Nachbarn das gesamte private Vermögen einer Bewertung unterzogen. Diese Summe multipliziere man mit vier Prozent und belege sie mit dem Steuersatz von 30 Prozent. Das scheint es gewesen zu sein. Wer denn mehr wissen möchte, dem sei der Nachmittag des 06. Oktober empfohlen. Nicht nur Volker Wein als Geschäftsführer der KPP Steuerberatungsgesellschaft wird referieren, sondern auch eine interessante Podiumsrunde mit Diplom-Finanzwirt und Steuerberater Hans Theo Fleuren, Hochschul-Professor und Fakultäts-Dekan Dr. Ralf Klapdor, Fördervereins-Vorsitzenden Peter Wack und Steuerberater und Fachberater für Internationales Steuerrecht bei der ETL Heuvelmann & van Eyckels GmbH Dr. Volker Klinkhammer wird sich den Herausforderungen dieses Themas aus verschiedenen Blickwinkeln stellen. 

Frühzeitige Anmeldungen beim Förderverein der Hochschule Rhein-Waal - Campus Cleve unter der Telefon-Nummer 02821 / 72 81 11 oder der Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sind wünschenswert. Die Teilnahme ist kostenfrei. 

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Bildunterschrift: Die Veranstalter und Ideengeber des Unternehmerforum Campus Cleve freuen sich auf die Diskussionen zum niederländischen Modell zur Versteuerung von Privatvermögen: Hans-Josef Kuypers (l.) und Peter Wack (m.) vom Förderverein Campus Cleve e.V. und Volker Wein (r.) von der KPP Steuerberatungsgesellschaft mbH.

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Erst Studierende – dann Fachkräfte: Ein Roboter für die schwere Arbeit

In einer Serie stellen wir Unternehmen vor, die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal eine berufliche Zukunft bieten. So wie Patrick Derksen, der als Ingenier bei Project in Kranenburg Maschinen entwickelt.

Kreis Kleve - Kranenburg - Sie hat den Arm freundlich wie zum Gruß gehoben und steht still in ihrer Nische der großen „Project“-Halle in Kranenburg am Hammereisen. Ein rotes Fahrgestell trägt den Aufbau, auf dem der Roboterarm sitzt. Wenn die Maschine in Serie geht, muss sie schwerste Arbeit verrichten: Dann soll sie an 100 Meter langen Spinnerei-Maschinen-Straßen vorbeifahren und Kilo schwere Garnspulen auf die vorgesehenen Stangen setzen, von denen dann die neuen Garne gezwirbelt werden. 42 Spulen kann sie dann tragen und drei Spinnerei-Straßen versorgen. Es sind keine leichten Garne für ein luftiges Sommerkleid, sondern die Spulen tragen schweres Glasfasermaterial, das in Autoreifen die Stahlarmierung ersetzt.

Die Maschine, ein Roboter, steht schon bereit und hat die erste Bewährungsprobe bestanden. Es war ein Auftrag aus den USA für die Elektro-Techniker und Maschinenbauer der Firma „Project“ in Kranenburg. „Die Project Unternehmensgruppe entwickelt anspruchsvolle Automatisierungslösungen für Verpackungsprozesse unter anderem in der Getränke-, Lebensmittel- und Hygieneindustrie, aber auch in den Branchen Holz, Stahl, Bau, Glas oder Papier“, erklärt Kevin Kopytziok, Sprecher des Unternehmens. Dabei werde die komplette Prozesskette der Endverpackung, beginnend mit der Sekundärverpackung der Produkte über die Kommissionierung bis zur Lageranbindung, abgedeckt, ergänzt Geschäftsführer Johannes Jansen.

Jansen und Derksen stehen rund um den neuen Roboter in der Halle, zusammen mit Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und Gerhard Heusipp von der Hochschule Rhein-Waal (HSRW). Denn auch die Project Unternehmensgruppe, ihre internationale Kundschaft und nicht zuletzt der Roboter stehen beispielhaft für die gute Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft in der Region und der HSRW. Eine Zusammenarbeit, die zeigt, wie innovativ und international die Wirtschaft am Niederrhein aufgestellt ist.

Die anspruchsvolle Roboter-Anwendung ist eine Project-Entwicklung. „Wir haben dazu vorhandene Maschinen-Komponenten genommen. Das Herzstück ist die von uns entwickelte Steuerung und Sensorik“, sagt Jansen. Maßgeblich an der Entwicklung der Maschine beteiligt ist Patrick Derksen, stellvertretender Leiter der mechanischen Konstruktion bei Project. Derksen hat bei Project von der Pike auf gelernt und dann an der Hochschule Rhein-Waal Maschinenbau studiert, einen Bachelor in Mechatronik und anschließend einen Master in Bionik gemacht. Dann fand er einen attraktiven Arbeitsplatz bei Project.

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Bildunterschrift: Patrick Derksen zeigt, wie der Roboter später die Spulen auf die Gitter setzen muss.

Die Studiengänge helfen bei der Entwicklung des Roboters: Derksen weiß, dass man, um der menschlichen Bewegung nahe zu kommen, ein siebtes Gelenk im Roboterarm haben muss, damit die Maschine den Arm ums Eck drehen kann für die nächste Bewegung, ohne dass sich die „Hand“ – also der Greifer mit der Spule – bewegt. Damit Arm und Greifer aber wissen, wo sie die Spule exakt einsortieren müssen, braucht der Roboter „Augen“: Sensoren und Kameras, die an der richtigen Stelle den richtigen Ausblick haben um die richtige Stange zu finden, auf der die Spule zu sitzen kommt. „Dabei kann der Roboter ja nicht die weichen Korrektur-bewegungen wie ein Mensch machen – er muss das schon sehr genau treffen“, sagt Derksen.

Und er muss wissen, wie er von A nach B fährt. Und das selbstständig, ohne dass ihn Induktionsschleifen in der Erde leiten. „Er bekommt von uns gesagt, dass er an die Maschine muss und dort einzelne Punkte zu bestücken hat, und dass er dazu von einem bestimmten Ort losfahren muss“, sagt Derksen. Jansen ergänzt: „Wenn dann mal eine Palette im Weg steht, muss er eigenständig drumherum fahren und darf nicht stehen bleiben: Die Arbeit muss zügig vorangehen“.

Es ist eine sehr komplexe Geschichte, die der stille Roboter in der Nische mit dem wie zum Gruß erhobenen Arm und dem roten Fahrgestellt zu lernen hat und die die Ingenieure rund um Derksen dem Teil beibringen müssen. „Das beginnt damit, dass wir erst einmal stundenlang über Excel-Tabellen gesessen haben“, sagt Derksen. Jetzt steht die Maschine da und kann schon fast alles, soll bald serienreif sein und mit vielen anderen die schwere Arbeit verrichten.

„Für unsere Produkte brauchen wir hoch spezialisierte Kollegen“, sagt Jansen. Dazu bildet das Maschinenbau-Unternehmen selber aus und kann – seitdem die Hochschule ihren Sitz in Kleve hat – auch auf das Know-how der dortigen Technik-Fachbereiche zugreifen. Und weiß, dass hier die Ingenieure ausgebildet werden, die die Wirtschaft braucht. „Wir vergeben Studierenden-Arbeiten und Abschlussarbeiten an die Hochschule“, sagt Jansen.

Durch die Hochschule haben die regionalen Unternehmen die Chance, diese Spezialisten für die Unternehmen gewinnen zu können, sagen Kuypers und Monika Geenen für den HSRW-Förderverein Campus Cleve. Heusipp ergänzt, dass die Studierenden hier vor Ort viele spannende Angebote in den Unternehmen finden: Innovativ wie die Hochschule und ebenso international. Jansen: „Wir arbeiten mit Unternehmen von Finland bis Südafrika und von Japan bis in die USA.“ Er fügt an, dass man stolz sei, die Ingenieure für die Arbeit gewinnen zu können.

 

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Erst Studierende – dann Fachkräfte: Aus dem Hörsaal ins Kosmetik-Labor

In einer Serie stellen wir Unternehmen vor, die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal eine berufliche Zukunft bieten. So wie Marian Rademacher und Sabine Vollmer, die nach einem Studium in Kleve ihren Platz bei BB Med in Kalkar gefunden haben.

Kreis Kleve - Kalkar - Vor zehn Jahren beschließt Sabine Vollmer, sich sich beruflich komplett neu zu orientieren. Damals ist die heute 44-Jährige als Friseurin tätig. „Ich wollte mich aber einer neuen Herausforderung stellen“, sagt sie. Vollmer entscheidet sich für ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene an der Hochschule Rhein-Waal, kombiniert mit einer Teilzeitstelle bei BB Med in Kalkar. Heute blickt Geschäftsführer Robert Beinio stolz auf den Weg, den das Unternehmen gemeinsam mit Vollmer gegangen ist. „Ich fand es sehr mutig und mir hat ihre Einstellung imponiert“, sagt er. „Und eine Stelle, die all diese Dinge kombiniert, ist genau das, was überall gebraucht wird“, sagt Beinio. „Damals wurde hier eine Friseurin eingestellt, die nicht einmal Word bedienen konnte“, sagt Vollmer. Heute ist sie für Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs bei BB Med zuständig. Möglich wurde das durch den Studiengang an der Hochschule Rhein-Waal – und durch das Unternehmen, dass flexibel Teilzeit ermöglicht habe. „Das wäre anderswo so sicher nicht gegangen“, sagt Sabine Vollmer.

Das Unternehmen BB Med mit Sitz an der Wöhrmannstraße in Kalkar und knapp 50 Mitarbeitern ist in den vergangenen Jahren in zweiter Generation einen beachtlichen Weg gegangen. Für teils namhafte Kunden bietet es einen Rundum-Service für Kosmetik- und Medizinprodukte aus einer Hand. „Für den Verbraucher am Markt sind wir fast unsichtbar“, sagt Beinio. Von allen Geschäftsfeldern wird vor allem der Kosmetik-Bereich immer wichtiger. Die Firma kombiniert dafür Entwicklung, Produktion und den Service eines Lohnherstellers.

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Bildunterschrift: Das Firmengebäude im Industriegebiet Appeldorn.

Es sind Erfolgsgeschichten wie die von Sabine Vollmer, die auch den Hochschul-Förderverein Campus Cleve antreiben. „Wir sollten uns fragen, ob die Hochschule nicht eine der Antworten auf den Fachkräftemangel in der Region sein kann“, sagt Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers. „Und bei BB Med haben wir immer ein offenes Ohr gefunden, das Interesse war immer groß“, sagt Kuypers. „Kleve hat nicht die Anziehungskraft von München oder Heidelberg. Die Hochschule Rhein-Waal kann ein ganz wichtiger Faktor dabei sein, Nachwuchs für die heimische Industrie zu gewinnen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Wack. Wirtschaft und Hochschule, da sind sich die Beteiligten beim Besuch in Kalkar einig, können sehr voneinander profitieren. „Und für den Standort sind solche Unternehmen wie ein Sechser im Lotto“, sagt Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler. „Hier kommen Arbeitsklima und Innovationskraft zusammen, davon bin ich überzeugt.“

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Bildunterschrift: Marian Rademacher und Sabine Vollmer (vorne, von links) mit Hans-Josef Kuypers, Peter Wack, Bruno Ketteler und Robert Beinio (von links) im Labor von BB Med in Kalkar.

Marian Rademacher ist Produktentwicklerin im Labor von BB Med. Die 21-Jährige kommt aus Kleve, hat 2017 am Konrad-Adenauer-Gymnasium ihr Abitur gemacht. „Ich konnte mich schon immer für Naturwissenschaften begeistern“, sagt sie. Nach dem Schulabschluss folgt ein Studium im Bereich Bio Science and Health an der Hochschule Rhein-Waal. „Da konnte ich mich ausprobieren und herausfinden, in welche Richtung es gehen soll.“ Ihr Praxissemester macht sie schließlich bei dem Unternehmen in Kalkar – und das mitten in der Corona-Zeit. „Wie sie das gemeistert hat, das muss man auch erst einmal so hinbekommen“, sagt Robert Beinio. Es ist nur der Auftakt von Rademachers Karriere bei BB Med. Es folgt die Bachelorarbeit, die in Kooperation zwischen dem Unternehmen und der Hochschule entsteht. Nicht die erste im Haus. „Das war bereits die neunte Bachelorarbeit, die wir an der Hochschule Rhein-Waal mit betreut haben, auch als Co-Prüfer“, sagt Beinio. Schließlich bekommt die 21-Jährige Anfang des Jahres eine Stelle im Unternehmen, arbeitet nun im Labor.

Erst Studierende – dann Fachkräfte in unserer Region. Sabine Vollmer und Marian Rademacher sind dafür nur zwei Beispiele.

Erfolge der Studierenden in Filmen festgehalten

Förderverein Campus Cleve e.V. präsentiert gleich drei neue Filmbeiträge über Absolventen der Hochschule Rhein-Waal auf Youtube

Kreis Kleve – Es ist ein fest verankertes Ziel in der Satzung des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V., welches in jedem Jahr im Rahmen von diversen Veranstaltungen und Projekten verfolgt wird: Der Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die heimische Wirtschaft und die unternehmerisch Tätigen von den Vorzügen einer engen Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) zu überzeugen. So bringen Veranstaltungen wie „Studierende treffen Wirtschaft“ oder das mehrmals jährlich stattfindende „Firmen öffnen sich für Studierende“ sowohl Studierende und Hochschulvertreter mit den unternehmerisch Tätigen in der Region zusammen.

Nicht selten sind hieraus in der Vergangenheit bereits Kooperationen wie Praktika oder die Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten entstanden. Und im besten Fall konnten Unternehmen der Region in den Absolventen der Hochschule Rhein-Waal ihre heutigen Mitarbeiter finden – bestens ausgebildet und mit frischen Ideen ein echter Gewinn für die Region. „Die Hochschule Rhein-Waal hat bereits heute einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dem Fachkräfte-Mangel in der Region entgegenzuwirken“, ist sich Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer des Fördervereins und Wirtschaftsförderer fürs Kreisgebiet sicher.

Um diese Erfolge noch deutlicher zu machen, hat der nahezu 300 Mitglieder zählende Förderverein Campus Cleve in den vergangenen Wochen ausgewählte Unternehmen der Region mit der Kamera besucht. Begleitet vom Filmemacher Jürgen Zellmann konnte die erfolgreiche Zusammenarbeit der Hochschule Rhein-Waal mit der heimischen Wirtschaft in bunten bewegten Bildern festgehalten werden.

Da ist beispielsweise Marie-Christin Bauer zu sehen, tätig bei der Gemeinde Weeze im Bereich Kultur und Tourismus. Sie hat sich nach ihrem Studium an der Hochschule Rhein-Waal mit der kommunalen Tourismusförderung in ihrer Heimat beschäftigt. Besonders groß ist ihre Freude darüber, das eigene Lebensumfeld durch ihre Arbeit beeinflussen und die Region für Touristen attraktiv machen zu können.

Eine ganz besondere Erfolgsgeschichte wird auch mit dem Werdegang von Daniel Neubauer erzählt. Zum Abschluss seines Studiums im Bereich Mechanical Engineering an der HSRW hat dieser seine Bachelorarbeit bei der Mühlhoff Umformtechnik GmbH in Uedem geschrieben. Nachdem er im Anschluss seinen Master – ebenfalls in Kleve – gemacht und eine Anstellung bei Mühlhoff gefunden hat, kehrt er nun zur Promotion zurück an die Hochschule Rhein-Waal, mit dem Ziel, sein Wissen danach weiterhin bei Mühlhoff in der Schustergemeinde einzubringen.

Zwischenzeitlich ist Daniel Neubauer in der Region auch als Gewinner des Hochschulpreises der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve bekannt geworden, welcher in jedem Jahr im Rahmen des „Forum Kreis Kleve – Das Fachleute-Treffen für wirtschaftlich Interessierte“ für herausragende Projekte der Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft vergeben wird.

Hinter dem Blick auf saftig grüne Wiesen und große Kulleraugen kleiner Kälber verbirgt sich geballte Fachkraft für die Landwirtschaftskammer NRW. Gleich drei Absolventen unterstreichen die Bedeutung der Hochschule Rhein-Waal auch für den Landwirtschaftssektor. Dabei sind Stephanie van Betteray, Anna Boßmann und Martin Kanders mit ihren Abschlüssen in den Bachelorstudiengängen Sustainable Agriculture und Agribusiness in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig. Das Spektrum reicht von der Teamleitung beim Thema Pflanzenbau beim Pflanzen- und Wasserschutz Rheinland Nord über die Pflanzenbauberatung bis zur Büroleitung der Kreisstelle Kleve / Wesel. So lassen sich im Kreis Kleve viele weitere interessante Geschichten von Absolventen der Hochschule Rhein-Waal finden. Weitere Aufnahmen sind beispielsweise auch bei der PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH geplant. Corona-bedingt waren hier die aktuellen Filmaufnahmen beim Weltmarktführer für Röstmaschinen noch nicht möglich.

Eins jedenfalls haben die Filmbeiträge gemeinsam: Sie alle zeigen junge Menschen am Arbeitsplatz, deren Start ins Berufsleben mit ihrem Studium an der Hochschule Rhein-Waal begann und die sich heute glücklich schätzen, am Niederrhein die Fortsetzung ihrer Karriere eingeleitet zu haben. So lautet auch der abschließende Appell des 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Peter Wack: „Die Hochschule ist gebaut worden, damit junge und gut ausgebildete Fachkräfte den regionalen Unternehmen zur Verfügung stehen. Machen Sie hiervon Gebrauch und wenden Sie sich für Problemlösungen für Ihr Alltagsgeschäft und bei der Suche nach Fachkräften an die Hochschule Rhein-Waal. Sie profitieren hiervon – ganz sicher!“

Die Absolventen-Filme können auf der Homepage des Fördervereins www.campus-cleve.eu oder auf dem eigens hierfür angelegten Youtube-Kanal mit dem Namen Förderverein Campus Cleve e.V. unter www.youtube.com/channel/UCVrkG3-jl657KKdSWY7mCQg angesehen werden.

Mhlhoff Daniel Neubauer

Bildunterschrift: Hochschul-Absolvent Daniel Neubauer erlangte nicht nur seinen Bachelor und seinen Master an der Hochschule Rhein-Waal, sondern kehrte auch zur Promotion an die Hochschule zurück. Sein Wissen setzt er bei seiner Arbeit für die Mühlhoff Umformtechnik GmbH in Uedem ein.

Landwirtschaftskammer NRW

Bildunterschrift: Vielfältige Möglichkeiten haben auch die Absolventen der Bachelor-Studiengänge Sustainable Agriculture und Agribusiness im Kreis Kleve. Stephanie van Betteray (Bild) ist nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Rhein-Waal mit ihren Kollegen Anna Boßmann und Martin Kanders bei der Landwirtschaftskammer NRW tätig.

Gemeinde Weeze Marie Christin Bauer

Bildunterschrift: Die Gemeinde Weeze freut sich über eine Mitarbeiterin, die für ihre Arbeit brennt: Für Marie-Christin Bauer ist es nach ihrem Studium im Bereich Nachhaltiger Tourismus an der Hochschule in Kleve eine große Freude, dass eigene Lebensumfeld aktiv mitgestalten zu können.