Laudatio

Laudatio

Peter Wack, 1. Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V.

Verleihung des „Campus Cleve Social Awards 2020“

Es gilt das gesprochene Wort! 

Kreis Kleve – Seit vielen Jahren vergibt der Förderverein Campus Cleve anlässlich seiner jährlichen Mitgliederversammlung den sogenannten „Campus Cleve Social Award“.

Mit diesem Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, sollen Persönlichkeiten oder Organisationen innerhalb und außerhalb der Hochschule Rhein-Waal geehrt werden, die ein besonderes soziales Engagement für die Hochschule und insbesondere für ihre Studierenden bewiesen haben. Dieses Engagement muss über dasjenige hinausgehen, das der Preisträger im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit so wie so zeigt.

In der Vergangenheit haben wir unter anderem die Gründungspräsidentin Frau Prof. Dr. Klotz, die studentische Initiative „Rise together for Africa“, Herrn Prof. Dr. Megill, Frau Hafner, die die Winterbälle organisiert hat, und Herrn Garzke für seine vielfältigen Initiativen rund um den Hochschulsport geehrt.

In diesem besonderen „Corona-Jahr“, in dem keine Mitgliederversammlung stattfinden kann, haben wir uns entschlossen, den Preis im kleinen Kreis zu verleihen, denn wenn wir auch auf die Versammlung verzichten müssen, wollen wir den Preis natürlich trotzdem vergeben.

Unser Preisträger in diesem Jahr ist Herr Michael Rübo, den wir als Mitglied unseres Beirates schon seit vielen Jahren zu unseren Unterstützern zählen dürfen.

Ich erinnere mich noch genau an die Beiratssitzung, in der wir über die Ziele des Fördervereins diskutiert haben, der es sich in erster Linie zur Aufgabe gemacht hatte, die Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen, Organisationen und Institutionen im Kreise Kleve zu fördern, aber daneben auch zur Attraktivität der Hochschule, insbesondere auch für die Studierenden beizutragen.

Dazu gehörte natürlich auch die Sorge, um die sozialen Belange der Studierenden.

Wir hatten gelernt, dass eine ganze Reihe von Studierenden die Tafel in Anspruch nehmen und dass das Sozialreferat des AStA immer wieder mit Einzelfällen konfrontiert wird, in denen schnelle Hilfe in einer finanziellen Notlage erforderlich war.

Auf die Frage, wie sich der Förderverein um diese „Sozialfälle“ würde kümmern können, mit deren Beurteilung nicht nur der AStA, sondern auch der Vorstand und die Geschäftsführung überfordert gewesen wären, meldete sich spontan Herr Rübo und erklärte sich bereit, hier zu koordinieren und Hilfen zu gewähren. Ich bin Herrn Rübo noch heute dankbar dafür, dass er damals in die Bresche gesprungen ist.

Wir haben ihm damals einen Zuschuss von 2.000 Euro zugesagt, um diese Hilfen gewähren zu können. Was weder er noch wir damals ahnten war, wie schwierig sich diese Aufgabe manchmal gestaltete. Da waren zum einen die Einzelfälle, deren Beurteilung schwierig war. Herr Rübo schilderte einmal sehr plastisch, dass da z.B. ausländische Studierende, die kaum Deutsch und nicht so einfach verständlich englisch sprach, weinend vor ihm saß und erklärte, dass sie ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen könne und deshalb keine Zulassung zum Weiterstudium erhalten würde.

Herr Rübo sagte damals wörtlich. „Was soll ich da machen? Ich kann nicht beurteilen, ob die Notlage wirklich besteht, aber mein Gewissen sagt mit, dass ich helfen muss.“

Gemeinsam haben wir versucht eine Struktur und ein System zu entwickeln, das Herrn Rübo die Beurteilung erleichtern würde.

Zum anderen war da die schiere Summe der angefragten Unterstützungsleistungen. Herr Rübo hat aus anderen Quellen im Laufe der Jahre für die Studierenden viel mehr Geld „locker gemacht“, als wir ihm als Zuschüsse haben zukommen lassen können. Auch dafür gebührt ihm unser Dank.

Schließlich hat Herr Rübo in diesem Jahr wieder eine besondere Rolle im Rahmen des „Corona-Hilfsfonds“ gespielt. Gemeinsam mit der Hochschule wurde dieser Fonds eingerichtet, um Studierenden zu helfen, die auf Grund der Corona Situation in finanzielle Nöte geraten waren, weil sie keine Möglichkeiten mehr hatten sich z.B. durch Aushilfsarbeiten etwas Geld dazu zu verdienen.

Der Förderverein hat diesen Fonds aus Eigenmitteln mit 10.000 Euro bezuschusst und daneben Spenden in fast gleicher Höhe eingeworben, so dass für die Studierenden allein dadurch 20.000 Euro zur Verfügung standen.

Die Beurteilung der Notlage erfolgte zwar durch den AStA, aber Herr Rübo hatte in bewährter Manier sein waches Auge auf die finanziellen Leistungen.

Wir wissen alle, dass Herr Rübo sich neben seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer der Karl-und-Maria-Kisters-Stiftung der sozialen Arbeit verschrieben hat. Er ist nicht nur das sozial Gewissen des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve e.V., sondern in gewisser Weise der ganzen Stadt.

Einen würdigeren Preisträger hätten wir kaum finden können!